Peppa Pig

Peppa Pig - Cover

Im letzten Blogeintrag sind wir der Frage nachgegangen, ob Fernsehen im englischen Originalton für den Spracherwerb sinnvoll sein kann. Passend dazu möchte ich heute eine britische Zeichentrickserie vorstellen: Peppa Pig (deutsch: Peppa Wutz) erschien erstmals im Jahr 2004 bei Channel 5, seitdem sind fünf Staffeln mit jeweils 52 Episoden herausgekommen, die in 180 Ländern ausgestrahlt werden.

Worum geht’s?

Die Hauptakteure sind Peppa Pig, ihr kleiner Bruder George und deren Eltern Mummy Pig und Daddy Pig. Die fünfminütigen Geschichten handeln von Situationen aus dem Alltag der sympathischen Schweinefamilie, etwa Radfahren, Gartenarbeit, Verstecken oder wie Daddy Pig seine Brille verliert. Peppa und ihre Familie sind vermenschlicht dargestellt, grunzen aber gleichzeitig wie Schweine. Lieblingsbeschäftigung und immer wiederkehrendes Thema von Peppa und George ist das Hüpfen in matschigen Pfützen. Sie ziehen sich dabei zwar artig Gummistiefel an, am Ende sind sie dann meist trotzdem voller Schlamm.

Peppa Pig2

Zielpublikum?

Der Cartoon ist sehr einfach gezeichnet, und die Themen sind kleinkindgerecht. Zudem sind (vor allem in den ersten Staffeln) Tempo und Szenenwechsel ruhig, es entsteht keine Hektik. Die Darsteller sprechen langsam und deutlich, und der Inhalt ist auch für deutschsprachige Kinder leicht verständlich. Meine Altersempfehlung ist für Kinder zwischen zwei und sechs Jahren.

Awards und Kritik

Neben zahlreichen Nominierungen gewann die Serie in den Jahren 2005, 2011 und 2012 den British Academy Children’s Award in der Kategorie Best Pre-School Animation.
Kritik wurde in den ersten beiden Staffeln laut, da Peppa und ihre Familie im Auto keine Sicherheitsgurte anlegten und keine Fahrradhelme trugen. Das wurde in den folgenden Staffeln geändert. Bei meiner Recherche im Internet fand ich auch durchaus kontroversielle Diskussionen rund um Peppas Benehmen. Manche Eltern beanstanden, dass ihre Kinder Peppas Verhalten nachahmen indem sie frech zurückreden, am Schulweg in schmutzigen Pfützen herumhüpfen wollen oder wie der kleine George Schokokuchen zum Frühstück verlangen.

Wie ich das sehe…

Ich habe gemeinsam mit meinen Kindern (drei und sechs Jahre alt) etliche Folgen der ersten Staffel gesehen und die Geschichten kamen bei uns sehr gut an. Die Schweinefamilie ist sympathisch, und Peppas Benehmen ist zwar manchmal keck, aber nicht respektlos. Auch Daddy Pigs zuweilen unbeholfenes Verhalten (bei der Folge ‚Daddy puts up a picture‘ zerkugeln sich meine Kinder jedes Mal) sorgt für allerlei Situationskomik. Um Freude am Spielen in Matsch und Gatsch zu entwickeln, brauchen meine beiden Buben keinen Anstoß von außen, das gehört schon lange zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. Auch sonst kann ich nicht sagen, dass sie irgendwelche Unarten kopieren würden. Außerdem: Gibt es Kinder, die nie zurückreden und nie Schokokuchen verlangen??

Mein Fazit

Für deutschsprachige Kinder, die sich an eine englische Zeichentrickserie herantasten, ist Peppa Pig eine gute Einstiegsmöglichkeit. Die Serie ist humorvoll und liebenswürdig und kann vor allem eine echte sprachliche Bereicherung sein.

2 Gedanken zu “Peppa Pig”

  1. Wir finden Peppa Wutz KLASSE! Meine dreijährige Tochter schaut es sehr gerne und die Geschichten sind durchweg kleinkindgerecht. Die Orginalversion als Einstieg in die englische Sprache zu benutzen ist sicher eine gute Idee. Wir werden das mal versuchen.

    Zu den kritischen Stimmen: Wer etwas gegen keckes Zurückreden hat und sich daran stört, das Kinder mal im Matsch herumspringen wollen oder zu den (für uns Erwachsene) unmöglichsten Zeiten nach Süßigkeiten fragen, hat das mit dem Kinder haben meiner Meinung nach völlig falsch verstanden. Im Gegenteil: ein Kind das das Springen in Matschpfützen erst durch Peppa Wutz kennenlernt, wurde von seinen Eltern in gewisser Weise vernachlässigt, denn das gehört doch wohl zu einer normalen, glücklichen Kindheit dazu. Und keckes Zurückreden und das damit verbundene mutige Auftreten und eine gewisse Durchsetzungsfähigkeit brauchen Kinder ihr Leben lang.

    Dass die Sendung Kinder zu gewissen durchaus normalen Verhaltensweisen anregt, zeigt ja nur umso mehr, das sie pädagogisch wertvoll ist.

    • Danke, liebe Corinna, für deinen Kommentar! Zum Englischlernen hat sich Peppa Pig in unserer Familie echt bewährt. Ich sehe das mit dem Gatschhüpfen übrigens genauso… 🙂 Meine Kinder brauchen dazu keine Animation von außen. Und was die Auswahl der Programme und Sendungen betrifft, tragen wir als Eltern die Verantwortung für unsere Kinder.

      Liebe Grüße Alexandra

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