Kann man zu viele Kinderbücher besitzen? – Teil 1

Kann man zu viele Kinderbücher besitzen? – Teil 1 - Cover

Ich lese gerade das Buch Simplicity Parenting von Kim John Payne. Der Autor berichtet darüber, wie wichtig es ist, das Umfeld der Kinder zu reduzieren. Es geht um altbekannte Probleme. Kinder haben zu viele Freizeitaktivitäten, sind zu vielen Reizen ausgesetzt und besitzen zu viele Spielsachen. Die Lösungen sind denkbar einfach: Die Zeit am Nachmittag nicht verplanen, freie Wochenenden berücksichtigen, den Medienkonsum einschränken und das Spielzeug reduzieren.

Doch jetzt kommt es: Auch die Anzahl der Kinderbücher überfordert. Wirklich? Kann man zu viele Kinderbücher besitzen? Es hört sich irgendwie logisch an. Zu viel Auswahl erzeugt Stress, egal wobei.

Kim John Payne ist der Meinung, dass für wunderbares Lesevergnügen nicht die Anzahl an Werken, sondern die richtige Auswahl entscheidend ist. Dazu gehören Bücher, die Raum für Fantasie und Inspiration lassen. Dafür genügen bei Kindern bis acht oder neun Jahren ein Dutzend Exemplare, die von Zeit zu Zeit dem Alter entsprechend angepasst werden. Ab sieben Jahren sind auch Bücher zu speziellen Interessensgebieten sinnvoll.

Offengestanden besitzen meine eigenen Kinder weit mehr als die empfohlenen 12 Bücher. Sie hatten schon als Baby mehr. Unter den Büchern befindet sich alles von Sachbüchern, Serien, über englische Bücher bis hin zu Büchern über Disney-Filme. Genau diese auf Fernsehcharakteren basierenden Bücher würde der Autor gerne aus den Kinderzimmern verbannen, denn das Zuhause soll ein „vermarktungsfreier“ Ort sein.

Kinder lieben bekannte Geschichten und wollen sie immer und immer wieder vorgelesen bekommen. Das gibt Sicherheit. Dafür werden keine Massen an Büchern benötigt. Auch wenn Kinder schon selbst lesen können, müssen sie nicht jeden Band, den es gibt, gelesen haben. Das ist besonders bei den Serien-Büchern die Gefahr. Außerdem kritisiert Kim John Payne, dass Bücher oft nach Lese-Level eingeteilt werden und nicht der Inhalt im Vordergrund steht.

Andere Meinungen

Kim John Paynes Auffassung ist meiner Meinung nach sehr plausibel. Doch wie sehen andere Menschen diese Thematik? Ich habe mich im Internet umgesehen. In den gängigen Foren wird dieses Thema diskutiert, doch es sind sich alle einig. Kinder können nicht zu viele Bücher haben. Ich hatte sogar den Eindruck, es wird verglichen, wer die meisten Bücher hat.

Bei Blogbeiträgen, die das Thema „Ausmisten im Kinderzimmer“ haben, sieht es schon anders aus. Viele meist weibliche Autorinnen berichten zwar davon, dass es nicht einfach ist, Bücher wegzugeben, allerdings schreiben sie auch, dass es nötig ist. Allen scheint klar zu sein, dass nicht nur Spielsachen das Kinderzimmer zumüllen, sondern auch Bücher.

Meine Erkenntnis

Wir besitzen eindeutig zu viele Kinderbücher. Aufgrund der großen Auswahl an Büchern dauert es am Abend ewig bis sich meine beiden Mädchen für eine Gute-Nacht-Geschichte entschieden haben, nur um im Endeffekt die gleiche wie am Vorabend herauszuziehen. Für mich hört es sich sehr sinnvoll an, dieses Sortiment zu beschränken und von Zeit zu Zeit auszutauschen.

Unsere regelmäßigen Besuche in der Bücherei möchte ich aber beibehalten, denn vor allem meine jüngere Tochter liebt das Schmökern vor Ort. Beim Ausborgen gibt es ein Limit, denn ansonsten begleitet uns ein riesen Bücherberg nach Hause, den keiner liest.

Unser Plan

Beim nächsten verregneten Nachmittag nehmen wir uns den Bücherschrank vor. Einiges können wir vielleicht im Keller verstauen, um es bei Gelegenheit auszutauschen und einiges kann bestimmt ausgemistet werden.

Wie es uns ergangen ist, berichte ich im nächsten Beitrag.

Wer mehr über den Autor von Simplicitiy Parenting lesen möchte, hier ist der Link zu seinem Blog.

2 Gedanken zu “Kann man zu viele Kinderbücher besitzen? – Teil 1”

  1. Hallo Monika,
    danke für’s Verlinken!

    Bei Kinderbüchern bin ich ganz kritisch: da wird tatsächlich nur das ausgemistet, was nicht gemocht oder gelesen wird. Aber ja: wenn der Schrank voll ist, müssen ältere Bücher wohl weichen. Vorher fliegt jedoch großzügig ungeliebtes Spielzeug raus.
    Bücher sind wichtiger. <3

    • Liebe Sarah,
      ja, das verstehe ich. Ich trenne mich auch leichter von Spielzeug als von Büchern. Besonders von Kinderbüchern ist es schwierig. Da sortiere ich noch lieber meine eigenen Bücher aus. 🙂

Schreibe einen Kommentar