Englisch im Kleinkindalter – überfordernd oder sinnvoll? – Eine persönliche Einschätzung

Am Anfang stand die Recherche:

Vor ungefähr vier Jahren kam der Zeitpunkt, dass meine Tochter der Stillgruppe entwachsen war. Also sah ich mich nach einer Alternative um. Eine Recherche im Internet ergab, dass das Angebot an Kursen riesig war. Von Musizieren und Singen, über Schwimmen bis hin zu Krabbelgruppe und Babyzeichensprache war alles vorhanden. Nachdem ich die Vorlieben meines Zwergerls ja noch nicht einschätzen konnte, standen meine Interessen im Vordergrund. Also ging ich nach folgenden Auswahlkriterien vor: Ich schaute mir die Kurstermine (beim ersten Baby kann man sich noch nach dessen Schlafenszeiten richten), Kurskosten und für mich das Wichtigste, den Kursort, an. Ich hatte keine Lust, mein Baby für eine dreiviertel Stunde Spaß einen Vormittag lang herumzukutschieren. Da entdeckte ich in Gehdistanz einen Englischkurs für Babys ab 3 Monaten. Das kam mir doch reichlich früh vor. Aber das Konzept interessierte mich und so begann ich, im Internet Meinungen zum Thema „Englische Früherziehung“ zu lesen. Die Mitglieder diverser Elternforen waren sich uneinig. Von totaler Ablehnung bis hin zu absoluter Befürwortung war alles vertreten. Also mussten Expertenmeinungen her.

Was sagen die Experten?

Siehe da, das gleiche. Die Bandbreite reichte von unsinnig über wünschenswert bis hin zu notwendig, um dem Kind nicht alle beruflichen Chancen zu verbauen. Letztendlich war ich aber so schlau wie vorher.

Was nun?

Ich tat das, was ich auch ohne Zeitaufwand hätte tun können. Ich hörte auf mein Bauchgefühl. Ich empfand das Kennenlernen einer Fremdsprache als Bereichung, warum sollte es meiner Tochter anders gehen? Außerdem vertraute ich darauf, eine Überforderung seitens meines Babys zu erkennen. Als meine Tochter 9 Monate alt war, meldete ich uns für eine Schnupperstunde an.

Wie ging es weiter?

Der Kurs machte uns beiden sehr viel Spaß und so blieben wir. Als meine Tochter zu sprechen begann, wurde es spannend. Einige Wörter sprach sie nur auf Deutsch, andere nur auf Englisch. Nach einiger Zeit mischte sie die Sprachen. Ich hatte das Gefühl, dass sie mit der Sprache spielte. Das ist ihr bis heute geblieben. Nach fast vier Jahren besucht sie den Englischkurs noch immer. Manchmal mit Begeisterung, manchmal würde sie lieber etwas anderes machen.

Meine Erkenntnis:

Der spielerische Umgang mit einer Fremdsprache im Kleinkindalter macht so richtig Lust auf Sprache im Allgemeinen. Reime, Lieder und Geschichten, die Sprache als Genuss erleben lassen, können nicht zu früh erfolgen. Für uns war es genau die richtige Wahl.

Monika Stanzig

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